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Kostenzuschuss für Ergonomischen Bürostuhl beantragen

Kostenzuschuss für Bürostuhl beantragen

Rückenschmerzen haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. Dem DAK-Gesundheitsreport von 2016 zufolge sind Rückenschmerzen die zweithäufigste Einzeldiagnose bei Krankenständen.

Ergonomischen Bürostuhl beantragen

Dies schlägt sich auch auf die Arbeitswelt nieder. Einem Bericht der TK zufolge fiele jeder Betroffene durchschnittlich 17,5 Tage pro Jahr wegen Rückenschmerzen aus. In manchen Fällen ist sogar die weitere Ausübung der Tätigkeit gefährdet, beispielsweise nach einem Bandscheibenvorfall. Gegebenenfalls kann ein orthopädischer Bürostuhl Besserung verschaffen, doch die dafür notwendigen Kosten schrecken manchen erst einmal ab. Was viele nicht wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für einen ergonomischen Bürostuhl bezuschusst oder sogar vollständig übernommen werden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Was ist vorab zu beachten?

Du solltest unbedingt mit deinem Arbeitgeber sprechen und sein Einverständnis einholen, bevor Du einen orthopädischen Stuhl beantragst bzw. anschaffst. Der Arbeitgeber trägt nämlich alleine die Entscheidungsfreiheit darüber, welche Arbeitsmittel von den Mitarbeitern im Betrieb verwendet werden dürfen. In einigen Fällen müssen auch der Betriebsarzt und der Sicherheitsingenieur des Unternehmens vorher ihr Einverständnis geben. Sehr wichtig ist in allen Fällen auch, dass Du den Antrag auf Kostenteil- bzw. Vollerstattung vor der verbindlichen Bestellung des Stuhls stellst. Arbeitest Du auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis, können die Ausgaben für den Stuhl als Posten für die Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Wer kann die Kostenerstattung für einen ergonomischen Bürostuhl erstattet bekommen?

Im Prinzip kann jeder die Kostenerstattung beantragen, der seine berufliche Tätigkeit sitzend verrichten muss, um am Arbeitsleben teilzuhaben. Der orthopädische Bürostuhl muss dazu nachweislich aus gesundheitlichen Gründen notwendig sein, um sicherzustellen, dass der Antragsteller seine Tätigkeit aktuell und auch in Zukunft weiter ausüben kann.

Wo kann man den Antrag stellen?

Es hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, an wen Du dich mit deinem Antrag richten solltest:

Arbeits- und Wegeunfälle

Ist es zu dem gesundheitlichen Problem durch einen Unfall gekommen? Ist der Unfall auf der Arbeit oder dem Weg zur Arbeit geschehen? In diesem Fall kannst Du dich an die zuständige Berufsgenossenschaft wenden.

Beamte und Studenten

Bist Du als Beamter tätig oder befindest dich noch im Studium? Dann ist das Integrationsamt für deinen Antrag zuständig. Voraussetzung ist ein 50-prozentiger Grad der Behinderung oder 30 % mit Gleichstellung.

Übernahme durch die Krankenkasse

Die Krankenkasse kann ebenfalls bei der Finanzierung eines orthopädischen Bürostuhls Unterstützung leisten.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Krankenkasse die Kosten für den orthopädischen Bürostuhl übernimmt?

Wenn durch die Anschaffung und Verwendung eines orthopädischen Bürostuhls zukünftigen Beeinträchtigungen gegenüber vorgebeugt werden kann, ist es auch möglich, einen Zuschuss der Krankenkasse zu bekommen. Dies gilt besonders dann, wenn die Kasse dadurch langfristig sparen kann – schließlich stellt der Stuhl im Verhältnis zu anderen, dauerhaften Behandlungskosten und Krankengeldzahlungen eine eher kleine Belastung dar. Besonders, wenn Du das Ganze auch mit einer ärztlichen Bescheinigung untermauern kannst, liegt ein positiver Bescheid durchaus im Bereich des Möglichen. Am besten suchst Du dir für die Ausstellung des ärztlichen Attests einen Facharzt bzw. Orthopäden aus, der von deiner Krankenkasse empfohlen wird. So kann es bei der Anerkennung des Attests nicht zu unvorhergesehenen Ärger kommen.

Wie muss man vorgehen, um die Kostenerstattung durch die Krankenkasse zu beantragen?

Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Am besten ist es, man lässt sich einen Termin geben und sucht zunächst einmal das Gespräch mit der Kasse und lässt sich beraten. So kannst Du einen ersten groben Überblick bekommen, wie die Kasse deinen konkreten Fall einschätzt. Die meisten Krankenkassen haben auf ihrer Website eine Servicerubrik, in der Du dir das benötigte Antragsformular bequem herunterladen kannst. Da die meisten Kassen unter Sparzwang stehen, ist es wichtig, Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit zu beweisen. Dabei sollte man aber stets sachlich und freundlich bleiben und seinen Standpunkt mit harten Fakten stützen.

Kostenübernahme durch die deutsche Rentenversicherung

Sehr häufig werden gesundheitsfördernde Arbeitsmittel auch von der Rentenversicherung (mit)finanziert. Es gilt allgemein der Grundsatz „Rehabilitation vor Rente“. Das heißt, der Rentenversicherung ist viel daran gelegen, sicherzustellen, dass Du weiterhin erwerbsfähig bleibst und noch möglichst lange deinen Beruf ausüben kannst, bzw. z. B. nach einem Bandscheibenvorfall schnell wieder in den Job zurück kannst.

Welche Kosten können von der deutschen Rentenversicherung übernommen werden?

Ganz oder teilweise übernommen werden Kosten für gesundheitsfördernde Möbel und Hilfsmittel, die für die Ausübung der Tätigkeit benötigt werden. Dazu zählen unter anderem Steh-Sitz-Tische, orthopädischer Fußschutz, orthopädische Arbeitsschuhe, Hebehilfen und orthopädische Bürostühle. Für einen orthopädischen Bürostuhl kann dir die deutsche Rentenversicherung einen Zuschuss von maximal 435 Euro gewähren.

In welchen Fällen trägt die deutsche Rentenversicherung die Kosten?

Du musst 15 Jahre Beitragszeiten nachweisen können, um die Kriterien für eine Bezuschussung zu erfüllen. Außerdem bekommen auch Menschen einen Zuschuss für gesundheitsfördernde Möbel, bei denen das Möbelstück, unmittelbar nach einer Rehabilitation der Rentenversicherung bereits erhaltenden Leistung, die voraussichtliche Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit ermöglichen wird. Außerdem muss eventuell bereits am Arbeitsplatz vorhandene ergonomische Ausstattung medizinisch als nicht ausreichend gelten. Auch Menschen, die wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Rente beziehen oder Anspruch darauf hätten, kommen für den Zuschuss infrage.

Es gibt auch einige Ausschlusskriterien, u. a.:

Studenten und Beamten können keinen Zuschussantrag bei der deutschen Rentenversicherung stellen. Ausgeschlossen sind auch diejenigen die wegen einer Berufskrankheit, eines Arbeitsunfalls oder einer Schädigung durch Dritte, die unter das soziale Entschädigungsrecht fällt, den Stuhl benötigen. Auch wer bereits gleichartige Leistungen eines anderen Rehabilitationsträgers (z. B. der gesetzlichen Unfallversicherung oder der Agentur für Arbeit) erhalten hat, kommt für die Bezuschussung nicht infrage.

Wie beantragt man die Kostenübernahme durch die deutsche Rentenversicherung?

  1. Weitere Informationen sowie den notwendigen Antrag auf Kostenübernahme deines Bürostuhls (Nr G0133) findest Du auf der Seite der deutschen Rentenversicherung: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/ unter Services -> Formulare & Anträge -> Versicherte, Rentner, Selbstständige -> Rehabilitation -> Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Berufsförderung)
  2. Du musst ein ärztliches Attest oder ein Bescheid aus der Reha vorweisen, dem man entnehmen kann, dass Du deinen Beruf nur unter Verwendung eines orthopädischen Bürostuhls weiter ausführen kannst.
  3. Ebenfalls mit eingereicht werden sollte eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung deiner Arbeit.
  4. Du guter Letzt brauchst Du noch einen Kostenvoranschlag für den orthopädischen Stuhl.
  5. Jetzt müssen nur noch sämtliche Unterlagen bei der Rentenversicherung eingereicht werden.

Unter welchen Bedingungen kommt das Arbeitsamt für die Kosten eines orthopädischen Stuhls auf?

Auch das Arbeitsamt kann im Rahmen der Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der richtige Ansprechpartner für die Übernahme der Kosten für deinen ergonomischen Bürostuhl sein. Das ist z. B. dann der Fall, wenn Du weniger als 15 Beitragsjahre bei der deutschen Rentenversicherung hast. Voraussetzung ist, dass Du vorher nicht mehr als sechs Monate an einer Reha teilgenommen hast.

Wie kann man die Kostenerstattung beim Arbeitsamt beantragen?

Den Antrag kannst du bei der für deinen Wohnsitz zuständigen Agentur für Arbeit einreichen. Dort liegen in der Regel auch die benötigten Vordrucke aus.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Wird dein Antrag wider alle Erwartungen abgelehnt, obwohl Du sicher bist, alle Voraussetzungen zu erfüllen, heißt es erst einmal Ruhe bewahren. Fällt der Bescheid negativ aus, wird einem auch mitgeteilt, woran es gescheitert ist. Mit dieser Angabe muss man sich auseinandersetzen und kann dann binnen 14 Tagen Widerspruch einreichen. Hartnäckigkeit lohnt sich häufig. Eine weitere Option ist es, mit dem Arbeitgeber das erneute Gespräch zu suchen. Ihm ist schließlich auch viel daran gelegen, potenzielle Krankheitstage zu reduzieren und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter zu bewahren.

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